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Eine Querdenker-Geschichte von mir:
 

Valentin und das Gift

Idee © Brigitte Obermaier, München, 23.12.1999

 

Karl Valentin betritt das Sekretariat eines englisch sprechenden  Staates.

Dort arbeitet Liesl Karlstadt, mitten im Herzen von München.

Sie ist im Streß. Der Außenminister hat viele Aufgaben für sie.

Liesl Karlstadt: „Du kommst mir wie gerufen  “ Stemmt die Arme in die Hüfte.

Karl Valentin: „ AH, ja“ tritt von einem Fuß auf den Anderen

Liesl Karlstadt: „ Sag mal, was hast Du Dir dabei gedacht?“

Karl Valentin: „ Wobei “ Verknotet die beiden Hände in miteinander.

Liesl Karlstadt: „ Na, halt zu dem was ich dir aufgetragen habe“

Karl Valentin: „ Aufgetragen“ Kratzt sich mit der rechten Hand am Hinterkopf.

Liesl Karlstadt: „ Na, gestern halt.“  stellt sich direkt vor Valentin hin.

Karl Valentin: „ Gestern?“ Zupft sich mit der linken Hand am linken Ohr.

Liesl Karlstadt: „ Da schau her.“ Deutet zuerst Richtung gegenüberliegende Wand.

Liesl zieht packt ihn am Arm und zieht ihn Richtung Seitenablage.

Karl Valentin: „ Net so ziagn!“ und streift die Hand von Liesl weg.

Liesl Karlstadt: „ Sei net so wehleidig“ bleibt mit ihm davor stehen.

Karl Valentin: „ Des duat doch weh“ streift die Hand von Liesl vom Arm

Liesl Karlstadt: „ Was hast denn da gebracht?“ Deutet auf die beiden Sachen

Karl Valentin: „ AH, des da “ Deutet ebenfalls auf die Sachen, mit beiden Händen.

Liesl Karlstadt: „ Ah des da?“ Liesl schüttelt den Kopf

Liesl Karlstadt: „Oh, mei, oh mei, Dir kann man was auftragen! “

Karl Valentin: „ Wieso?“ Valentin nimmt die beiden Sachen in die Hand.

Dreht sie hin und her. Schaut sie von vorne und hinten an und nickt mit dem Kopf.

Karl Valentin: „ Ich habe alles ordentlich ausgeführt“ und kann nichts entdecken.

Liesl Karlstadt: „ Was hast DU?“ Deutet auf die Flasche mit Gift.

Karl Valentin: „ Da schau her: Genau was Du gesagt hast: Gift“

Und hält Liesl Karlstadt die kleine dunkelgelbe Falsche, mit der Aufschrift GIFT, nun direkt unter die Nase.“

Karl Valentin: „In der Apotheke habe ich das bekommen, nicht wo du gesagt hast“

Liesl Karlstadt: „Wieso Apotheke?“  Deutet mit dem Finger an ihren Kopf.

„Ich habe Dich doch in den Geschenkladen geschickt.“

Karl Valentin: „Da ham’sas net ghabt! “ Weißt mit der Hand ab.

Liesl Karlstadt: „ Und wieso einen Zerstäuber, Herr Ministerpräsident ist doch ein Mann. Eine Frau braucht einen Zerstäuber, damit sie gut riecht.“

Karl Valentin: „ Ah, ja, den hams scho ghabt.“ und muß lächeln.

Liesl Karlstadt:„ Aber ich habe Dir deutlich gesagt“ fuchtelt mit dem Zeigefinger

„Besorge mir EIN Geschenk  für den bayerischen Ministerpräsident Stoiber.“

Karl Valentin: „ Na, na, des stimmt net.“ Schüttelt den Kopf, stellt die beiden Sachen auf den Bürotisch und zupft Liesl an ihrem Schal.

„I hob gnau ghört wia Du am Telefon zu Deinem Außenminister gsagt host:

Yes, Herr Außenminister.

Yes, Herr Außenminister, ich lasse das Gift sofort besorgen.

Off Kors, Stäuber.

Yes, Gift, Stäuber, Yes Ät Wance.

Bloß die Wanzen hob i net fanga kenna, weil jetzt zu kalt draußen ist.

Die halten jetzt Winterschlaf“

 

 

Loreley von Valentin Karl                  -               

Gesammelt und aufgeschrieben © Brigitte Obermaier, München, 29.02.2000

 

Die Loreley

ANSAGER:    -   Folgen sie mir im Geiste, wenn ihnen dasmöglich ist, an das linke Rheinuer, wir setzen uns auf das gegenüberliegende Ufer des Loreleyfelsens.    Hier suchen Sie jetzt beim bleichen Mondenchein oben auf dem Felsen die Loreley, sie hat eine Leier in der Hand, und während unten in einer Gondel auf den silber schimmernden Wellen des Rheins ein Schiffer vorbeifährt und zu ihr hinaufblickt, singt sie im Abend-Äther ein Lied in die dunkle Nacht.

 

VALENTIN:                -            Grüßt Got, und ich habe die Ehre,

- das heißt, ich bin halt so frei,

Sie werden mich alle wohl kennen,

- man heißt mich kurz die Loreley.

Was wurd über mich schon gesungen,

und offen muß ich es gestehen,

und niemand hat mich noch gesehn,

und ich bin doch so fabelhaft schön.

 

Vieltausend Jahr hock ich hier oben,

bei Sonnenschein, Regen und Schnee,

auf diesem steinigen Felsblock,

mir tut schon mein Rückgebäud weh.

Ich singe und zupfe die Harfe,

ich wüßt ja net, was i sonst tat,

ich weiß nicht, was soll es bedeuten,

das Lied wird mir jetzt schon bald fad!

 

Couplets:             -            Wenn morgens vom Schlaf ich erwache,

dann kämm ich mein goldenes Haar,

das ist ja mein einziger Reichtum

denn’s Gold is gegnwärtig rar.

Ich gäb zwar Gold her für Eisen,

da mach ich mir schließlich nix drauss,

doch eiserne Haar -! ‘s wär a Blödsinn,

des haltet mei Kampe net aus!

 

Ich hab keine menschliche Seele,

ich leb nur als Märchen dahin,

drum ist es auch ganz leicht erklärlich,

daß vieltausend Jahr alt ich bin.

Wär ich eine menschliche Jungfrau,

ich sage es offen heraus,

hielt ich es so vieltausend Jahre

allein da heroben net aus!

 

Ein Schiffer, ein bidlschöner Jüngling,

fährt oft mit dem Kahn hier vorbei,

er liebt nur ein einziges Wesen,

er liebt nur mich, die Loreley.

Da kommt er schon wieder gefahren,

was willst denn, du närrischer Tropf,

wenn du dich net glei aus dem Staub machst,

dann wirf i dir d’Musik an Kopf!

 

Valentin:             -            Nun haben d’Loreley Sie gesehen,

vergessen Sie nie diese Pracht,

und nun werd ich wieder verschwunden,

es dunkelt schon heimlich die Nacht,

’s  wird finster und immer finsterer,

und langsam geh ich zur Ruh,

und daß S‘ wissen, dass’s aus is,

dreh ma das Mikrofon zu.

 

 

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